Life House
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Projekt Das erste Mal ... für Stemwede (Pädagogik)

Medien - Information - Partizipation - Kommunalwahl

„Das erste Mal .. für Stemwede“ sollte alle Erstwähler dazu animieren, ihr Wahlrecht zum ersten Mal in Anspruch zu nehmen. Sie sollten über ihre Möglichkeiten, Rechte und Chancen informiert werden, kritisch damit umzugehen und sich ihre eigene Meinung zu bilden. „Das erste Mal … für Stemwede“, bedeutete aber auch das erste Mal für alle Stemweder und vor allem für die Stemweder Parteien. Schon bei der vergangenen Wahl hat sich an vielen Beispielen gezeigt, dass es auch hier eine unbegründete Angst vorm ersten Mal gibt.

„Das erste Mal … für Stemwede“ war ein Foto-, Partizipations- und Informationsprojekt zur Kommunalwahl im September. Es richtete sich an Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren im offenen Bereich des Life Houses, die in dem Projekt Fotos, ein Plakat, eine Infobroschüre und eine Internetseite erstellen wollten, welche andere Erstwähler über ihr Wahlrecht informieren und dazu animieren sollten es wahrzunehmen. Begleitend sollte ein Schulprojekt zur Wahl an der Haupt- und Realschule Stemwede durchgeführt werden. Wir wollten das Projekt an drei Wochenenden stattfinden lassen und abschließend eine Elefantenrunde mit Politikern aller Parteien im Life House. Bei allem sollte also neben der politischen Bildung und Information auch die Vermittlung von Medienkompetenz im Vordergrund stehen.

Entstanden ist die Idee zu diesem Projekt aus mehreren Gründen. Zum einen gibt es bei den Jugendlichen des Life Houses ein großes Interesse an der Fotografie, dem Arbeiten mit verschiedenen Medien sowie der Gestaltung. Zum anderen wurden wir von vielen Jugendlichen angesprochen, die Fragen zur Kommunalwahl hatten.

Die Kommunalwahl im September bot sich unserer Ansicht nach hervorragend zur Kombination mit diesem Thema an. Wir stellten fest, dass es bei den zukünftigen Jungwählerinnen und –wählern ein großes Maß an Unkenntnis über die Wahl gab. Viele 16-jährige wussten weder, dass sie wählen konnten, noch was sie wählen konnten. Andererseits gab es aber auch einige Jugendlichen, die sich bereits intensiver mit der Politik im Allgemeinen beschäftigten. Sie wollten wir unterstützen und fördern sich einmal mit der Politik im Lokalen und den Gestaltungsmöglichkeiten zu beschäftigen.

Zielgruppe des Projektes waren alle Jugendlichen aus Stemwede die im Jahr 2004 zum ersten Mal an einer Kommunalwahl teilnehmen durften, sprich im September 16 Jahre alt waren. Hauptzielgruppe waren dabei die SchülerInnen der an das Life House angrenzenden Haupt- und Realschule sowie Besuchende des offenen Bereichs.

Herausgekommen sind beim Projekt:

Hohe Wahlbeteiligung bei Erstwählern

68 % der am Projekt beteiligten Erstwählerinnen und Erstwähler sind bei der Kommunalwahl gewesen und haben ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Zahl weit über der tatsächlichen Wahlbeteiligung in Stemwede von 54 Prozent. Diese Zahl hat auch uns überrascht.

Zwischen den Schulformen gibt es jedoch Unterschiede. In der Hauptschule hatten vor dem Projekt 49 % vor, zur Wahl zu gehen, nach dem Projekt waren es 76 %. Bei den Realschülern stieg der Wert von 83 % vor dem Projekt auf 97 % an.

Auch bei der tatsächlichen Wahlbeteiligung gibt es einen großen Unterschied zwischen den beiden Schulformen: 58 % der Hauptschüler/innen waren wählen und 77 % der Realschüler/innen. Aber auch die Hauptschule liegt noch über der tatsächlichen Wahlbeteiligung in Stemwede.

Wir haben auch gefragt, welche Gründe die Schüler/innen hatten nicht zur Wahl zu gehen (mehrere Antworten waren möglich). Folgendes kam bei den 18 Schüler/innen, die nicht wählen waren (39 waren bei der Wahl), heraus:

Keine Zeit 17
Keine Lust 4
Bringt nichts 3

Die Möglichkeiten „hab ich vergessen“, „hatte keine Wahlbenachrichtigung“, „die Elefantenrunde hat mich abgeschreckt“ und „anderer Grund und zwar ...“ wurden nicht angekreuzt.

Auch bei den beteiligten Jugendlichen aus dem offenen Bereich stieg das Interesse an Politik und Kommunalpolitik im Besonderen. Sie beschäftigten sich für die Projektprodukte intensiv mit der Wahl und führten viele Gespräche. Zudem suchten sie im Internet nach Informationen. Und besonders die Arbeit mit den verschiedenen Medien und das Gestalten stießen auf großes Interesse. Ebenso das Anfertigen von Druckvorlagen, die Bestellung von Produkten und das Präsentieren. Bei Einigen im Projekt kristallisierte sich während der Arbeit auch heraus, dass sie später gerne im Bereich der Neuen Medien tätig sein wollen.

Positiv zu bewerten waren auch die vielen positiven Rückmeldungen der beteiligten Politikerinnen und Politikern. Zu bemerken war, dass es für einige wirklich „Das erste Mal“ war, dass sie mit Erstwählern in Kontakt traten. Einhellig werteten sie die Elefantenrunde und das Projekt als ein Erfolgt und griffen in der Folgezeit einige Punkte auf, die von den Jugendlichen geäußert wurden. Es bleibt abzuwarten, was sich weiterhin entwickelt und welche Punkte umgesetzt werden. Nach zu haken ist in diesem Jahr in Bezug auf Versprechungen in Zukunft öfter Jugendliche anzuhören oder gar zu beteiligten. Hier gilt es anzusetzen und in Kooperation mit den Parteien, Politikern und der Gemeinde nach Wegen zu suchen keine leeren Versprechungen zu hinterlassen.

Preise

Gewinner des GÖS-Preises bei „NRW: Neues Lernen 2004“
Dritter Platz in der Sparte Online-Präsentation beim Jugendmedienpreis Sachsen

Link: www.kommunalomat.de

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